Mein Geburtsbericht
Mein
Geburtsbericht, oder die schrägste schamanische Reise die ich je gemacht habe.
Meine
Entbindung in der SemmelweisKlinik
Hiermit
möchte nun auch ich endlich meine Geschichte erzählen,... .
Eigentlich war schon meine gesamte Schwangerschaft nicht wirklich leicht, und ich hatte immer mit vielen neuen Überraschungen zu rechnen *g* so gesehen dürfte es mich im Nachhinein nicht wundern das alles so gekommen ist, wie es eben gekommen ist.
Ich versuche die Ereignisse so genau wie möglich und nach meiner Erinnerung wiederzugeben.Und wem es zu heftig wird der muss es ja nicht lesen.
Am 26.11.2007 hatte ich meinen
Blasensprung und leichte Wehen...
da die Flüssigkeit vollkommen klar war und meine Wehen nicht stark genug waren,
erklärte ich meinem Mann das es heute soweit wäre und das wir jetzt dann alle
zusammenrufen und in das Spital fahren würden, wir aber noch Zeit hätten.
So rief ich
meine Schwester an um ihr zu sagen, dass sie meine Frau einsammeln solle, und
herkommen solle, weil es heute losgehen würde.
Danach rief
ich meine Freundin und 6 fach Mutter sowie Doula an um sie nach den nächsten
Schritten zu fragen, ich erzählte ihr vom Blasensprung, und das ich persönlich
noch warten möchte bis alle da sind, da es einfach eine klare Flüssigkeit war,
und relativ früh wieder aufhörte, also so nach einem ordentlichen schwall keine
Flüssigkeit nachkam.
Meine
Freundin meinte nur sie könne auf die Entfernung nichts sagen und ich solle auf
mich hören und das tun was mein Gefühl mir sagt. Nach dem Gespräch mit ihr war
ich beruhigt, und bereit, da sie immer mein seelisches Feedback war und auch
immer meine erste Anlaufstelle, was meine Schwangerschaft betraf.
Inzwischen
war meine Schwester auch schon da und Mann holte uns noch eine Pizza, weil wir
wussten das es eine lange Nacht im Spital werden würde, und wir uns seelisch
darauf einstimmten rund, offen und gebärbereit zu sein... OM...
Ich
versuchte Frau zu erreichen und ihr klarzumachen dass sie endlich herkommen
solle da es jetzt, jetzt losgehen würde.
Weil ich nun
stätig, immer ein bisschen Wasser verlor und die Farbe leicht bräunlich wurde,
rief ich wieder meine Freundin an um sie zu fragen ob das normal wäre, die
fragte mich nach der genauen Farbe und konnte nichts über die Entfernung sagen
ob das nun Blut wäre oder etwas anderes, aber ich war schon mal heilfroh von
ihr auf die verschiedenen Möglichkeiten aufmerksam gemacht worden zu sein, also
beschloss ich das mit dem „wir fahren ins Spital" zu beschleunigen, da ich
Gewissheit haben wollte, endlich erreichte ich auch die Frau und machte ihr
klar dass sie sich zu beeilen hatte.
Mann und
meiner Sista sagte ich, dass sobald Frau da ist, wir ins Spital fahren würden,
da wir zu viert waren entschieden wir uns ein Taxi zu nehmen anstelle des
Krankentransportes, was sich in der Vorweihnachtszeit als böser Fehler herauskristallisierte,
nicht nur das wir nach meinem empfinden endlos lange brauchten, roch es dort
auch komisch und ich mochte die Witze von dem Fahrer nicht.
Aber ich war
endlich froh in der Klinik zu sein, dort empfing uns die Hebamme P.
Sie war total nett, nach dem üblichen Aufnahme Procedere, dem inzwischen leicht
grünem Fruchtwasser, erklärte sie mir das der kleine ins Fruchtwasser
geschissen hatte, was die Farbe erklärt... meine Wehen noch zu schwach sind
aber mein Muttermund schon ein cm offen ist, und wir die Nacht jetzt mal
abwarten, und erst ab dem Tag anfangen würden einzuleiten, also hieß das für
mich das ich die Nacht Zeit hätte den kleinen Zwerg auf natürliche Weise zu
bekommen und das ohne Stress von der medizinischen Seite und somit war ich innerlich
beruhigt, und freute mich auf die bevorstehende Geburt. Auch erklärte ich ihr
dass ich keinen Venflon wünschte, keine PDA und auch keinen Kaiserschnitt, wenn
es zu vermeiden wäre.
Danach
zeigte sie mir mein vorübergehendes Bettchen, und erlaubte uns auch eine
Aromalampe aufzustellen, mein Tuch aufzuhängen und meine Göttin
bereitzustellen; auch sagte sie das ich frei wäre und mich bewegen dürfe, ich
aber um 20.00 Uhr am Zimmer sein solle, da dann nämlich der Schichtwechsel ist,
und das dann später auch ein Arzt zu mir schaut, weil es sein könnte das ich
Antibiotika brauche, aber alle momentan oben beschäftigt sind.
Und ich
nicht alleine war, auch bemerkte ich das meine Wehen stärker und heftiger waren
als in den Stunden zuvor, was sicherlich auch an meiner inneren entspanntheit
lag.
Kurz vor 20
Uhr begaben wir uns wieder auf unser Zimmer, weil wir uns auf den Dienstwechsel
freuten, da wir ja bis jetzt nur eine nette Hebamme getroffen hatten, und die
total nett war, waren wir alle guter Dinge.
Im Zimmer
angekommen, machten wir es uns erst einmal gemütlich so gut es ging, ich im
Bett, Mann neben mir am Sessel und die anderen 2 beim Tisch auf den Sesseln,
und wir redeten und scherzten,..
Dann kam ein
männliches Wesen in den Raum: OHNE ein Hallo guten Abend mein Name ist, ich bin
Dr. ... sprach er nur in einem sehr rauen Tonfall " Wer ist hier die
Schwangere? und ARM her ! "
hm wir alle
mal perplex aufgrund des Tonfalles..
Ich zu ihm
hm wie bitte wer sind sie??? was wollen sie??? und warum soll ich das machen???
Ich wiederum dazu „ja hallo ich mein so geht das nicht, man sagt
zumindest hallo, und was soll der Tonfall und so nicht, und ich hab ein Recht
zu wissen was ich da bekomm...!!!!"
Worauf er dann meinte: naja er muss ja ein Blutbild machen und ich
bekomme ja Antibiotika wegen dem Blasensprung, dann wollte er meinen Arm und
ich hab ihm sogar noch nett wie ich bin, eine geeignete Stelle für den Venflon
auf meinem Arm gezeigt,..
Doch so nett wie es mit ihm angefangen hatte, so ging es auch weiter; und er
setzte mir den Venflon so total beschissen das er mir gleich ein Hämatom stach
weil er oberflächlich wieder durch meine Vene stach, nett nicht wahr, heißt
einfach nur tat verdammt weh, und Arm abbiegen war ziemlich schmerzhaft.
Ok so schnell wie er hier im Zimmer war, so schnell war er dann auch wieder
draußen.
Mann, meine Schwester und Frau schauten noch immer so ziemlich perplex drein ob
der skurrilen Szene die sich da uns gerade dargeboten hatte, ich war total
erschüttert und alles was vorher weich weit rund und offen war, war in diesem
Moment, ZU !!! Ich war schockiert, so angeschrien zu werden, und einfach nur
WÜTEND über meine Hilflosigkeit, das Gefühl von meiner Familie im Stich
gelassen worden zu sein, weil keiner von denen was gesagt hatte so in dem Sinne
von hey du ARSCH was ist dein Problem ???
Gleich darauf kam die Nachthebamme rein und stellte sich als Hebamme T. vor,
und meinte sofort als nächstes das nur einer hier bleiben kann und die anderen
jetzt gehen müssten, und das die Aromalampe so nicht geht,und sie weg muss und
das das Tuch da auch nicht sein darf, weil es könnte ja die Lampe erhitzen,
worauf wir aber sofort meinten, das uns die Hebamme P aber alles so erlaubt
hätte und das es so bleibt basta, danach verließ sie das Zimmer wieder.
Also zog ich mich innerlich zurück und ging auch mal aus dem Zimmer raus, weil
ich total wütend war... und heulte mal ne runde, denn ab nun schien alles
schief zu gehen, ich war gar nicht mehr rund, weich, weit, offen.
nein ich war verletzt, verängstigt, enttäuscht, wütend, allein!!!
und ich dachte nur von wegen Frauenfreundliches Spital.
Nach einiger Zeit, kam Frau aus dem Zimmer zu mir und meinte ich solle mich
nicht so aufregen und den Typen vergessen und das wird schon alles werden. So
gingen wir in den Aufenthaltsraum um einen Tee zu trinken und die weitere
Vorgehensweise zu besprechen. So kam ich zu dem Entschluss meine Schwester und
meine Frau wegzuschicken, da ich mit Mann zu diesem Zeitpunkt am besten
entspannen konnte.
Die beiden
beschlossen bei einer Freundin in der Nähe zu warten, falls die Geburt nun doch
in den nächsten Stunden losgehen würde.
Ich dachte mir nur hey das hab ich doch gar nicht gesagt, verzichtete aber ihr
das jetzt zu erklären da ich echt nur noch raus wollte, um endlich wieder meine
Ruhe finden zu können,..
Also spazierte ich wieder mit Mann durch den Spitalspark und Versuchte
das schöne Gefühl vom Nachmittag und frühen Abend in mir wieder hochzurufen,
und wir wiederholten in Ruhe das wir weit, weich, rund und offen für alles
sind; vielleicht hatte der Arzt zuvor Stress, er ist ja auch nur ein Mensch im
Dienstleistungsgewerbe, deswegen sind wir rund und weich und weit und locker...
Nach einigem durchatmen und runterkommen ging es mir wieder besser und ich war
immer noch guter Dinge in der Nacht den Kleinen zu gebären, ...
Zwischendurch telefonierte ich auch immer mit meiner Freundin und Doula, die
meinte ich solle doch einfach mich beruhigen und mir vorstellen das ich ganz
sicher bin und auch der Kleine in mir und wir jetzt nicht mehr so schräg
angegangen werden, nach einem langen Telefonat mit ihr ging es mir dann wieder
besser und ich war nicht mehr so verletzt und wütend.
Da ich schön langsam müde wurde und es draußen zu kalt wurde es schneite
ziemlich stark, gingen wir wieder rein.
Die Nachthebamme hängte mich an den Wehenschreiber, lange Zeit ging es relativ
gut, aber sie kam alle 10 Minuten rein, weil sie nachschauen wollte ob eh alles
passt.
Als sie wieder einmal da war und meine kabel zurechtrückte, piepste es und der
Wehenschreiber schlug aus, und der Wert von dem Kleinen sackte unter 100,
sofort läutete sie nach der Ärztin, und meinte wenn so etwas ist, müsse ich
sofort läuten.
Und wir müssen jetzt wahrscheinlich Wehen-stopper verabreichen, aber die Ärztin
kommt gleich.
Ich gar nicht beruhigt, wartete auf die Ärztin, die dann auch gleich kam
und als erstes mal meinte "Hallo", mein Name ist so und so, es ist
jetzt folgendes passiert,...
darauf ich innerlich, "juhu", endlich zum erstenmal heute Abend, ein
normaler Mensch.
Sie sah sich die Aufzeichnung vom Wehenschreiber an, und erklärte mir das
dies Bilderbuch Werte sind, aber eben der Abfaller von Vorhin gar nicht gut
ist, weil das eben darauf hindeutet das der Kleine Stress hat, und wenn es ganz
schlimm kommt wir eventuell einen Kaiserschnitt in Frage ziehen müssen.
Ich mich aber nicht aufregen soll, denn 2 bis 3 mal darf er das ruhig
machen, aber öfter eben nicht, und jetzt sieht alles wieder suuper in Ordnung
aus, und deswegen verschreibt sie kein Wehenstopp Mittel,.. und wir schauen uns
das noch eine halbe Stunde an, und das war es dann.
Weil dadurch dass ich mit leichter Trübung angekommen bin, kann es sein das
dass Kind gestresst ist, und der Vergiftungsgrad dann schon zu hoch ist,
deswegen sind wir bei ihnen halt so besonders Hellhörig.
So gingen sie und die Nachthebamme wieder raus aus dem Zimmer.
2 Minuten später kam die Ärztin wieder rein und sagte das sie gerade meine
Patientenwünsche durchgelesen hätte und das es ihr ja ur leid tut, weil ich
eben keinen Venflon haben wollte und keine Sectio Caesarea, und das ja alles
grad total schiefrennt,..
Ich meinte nur ja, und erklärte ihr das der Arzt von vorhin mich total
rausgebracht hatte, er mir den Venflon so schmerzhaft blöd gesetzt hat und ich
deswegen leicht gestresst war, so sah sie sich dann das an und sagte ja den
nehmen wir gleich mal raus und machen ihn auf den anderen Arm, und es tut mir
leid das ich ihnen den jetzt auch leider setzen muss, aber sollte es kritisch
werden ist es gut wenn er schon da ist, und auf der anderen Hand ist er auch
viel besser für die Sectio, was aber nicht heißt das wir eine machen!
Innerlich knirschte ich zwar mit den Zähnen, war aber froh das Teil
rauszubekommen und sie stach mich auch ganz sanft am anderen Arm, und ging dann
wieder, in den Kreissaal.
Innerlich wieder total aufgewühlt, geschockt, mich nicht mehr auskennend,
telefonierte ich wieder mit meiner Doula und Freundin, die mich wieder
beruhigte.
Und mir riet ich solle nun von der Nachthebamme doch das Homöopathische
Mittel verlangen um meine Wehen in Gang zu bekommen, so schickte ich meinen Mann
raus, um dies der Hebamme mitzuteilen doch diese verweigerte mir das Mittel und
meinte ich solle doch jetzt lieber schlafen und mich ausruhen und wenn ich
munter bin, machen wir noch einmal Wehenschreiber und sollte dann alles ok
sein, gibt sie mir das Mittel in der Früh.
Zu diesem Zeitpunkt, war es meiner Doula schon klar, nur mir leider noch nicht,
die Nachthebamme hatte beschlossen dass ein Kaiserschnitt für mich wohl besser
wäre; und ich in ihrer Schicht wohl kein Baby zu bekommen bräuchte.
Also befreite sie mich und lies mich allein, mit meiner wiedergewonnen
Freiheit, machte ich mich auf und versteckte mich mal am Wc um durchzuatmen,
mich umzuziehen, zu weinen, nachzudenken, währenddessen mein Mann es sich in
meinem Bettchen gemütlich machte und einschlief, ich versuchte mich zu ihm zu
kuscheln, aber das war zu ungemütlich, also stapfte ich im Zimmer auf und ab,
dachte an alles was mir an diesem Abend widerfahren ist, und sah meinem Mann
beim schlafen zu, ich dachte mir das es gut ist wenn er sich ein paar Stunden
ausruhen kann und er dann später für mich da ist. Und so wanderte ich auf und
ab, fand keine Ruhe mehr, war verwirrt, verängstigt, versuchte meinen Rhythmus
wiederzufinden, suchte den inneren Dialog in mir, und dem Kleinen, aber nichts
wollte mehr so wirklich funktionieren, ich bekam leichte Schmerzen,
interpretierte diese aber als Wehen und machte es mir auf einem Gymnastikball
gemütlich. Während ich so hin und her rollte entspannte ich mich wieder, mein
Mann indessen noch immer gemütlich müzte, fand ich ihn total niedlich, wie er
da so Seelig vor sich hin schlummerte anbetracht dessen, so gut es eben auf so
einem Spitalsbett eben geht.
Inzwischen
war es spät geworden und Frau rief mich noch einmal an um zu hören wie es mir
ginge. Ich erzählte ihr vom schlafenden Mann, meinen Sorgen und Ängsten, und
das ich mich endlich wieder entspannte,... und eigentlich nun doch auch müde
sei und versuchen möchte eine Runde zu schlafen... .
Sie
berichtete mir das alles in Ordnung sei, sie sich Chinesisches Essen besorgt
hätten, und die dortige Verkäuferin erzählte das eine Frau in China
einen Monat im Spital bleibt mit der SCHWIEGERMUTTER und diese für einen kocht,
und sie pflegt. Also war ich im Stillen ganz froh, doch so schnell wieder Heim
zu kommen und nicht von einer Schwiegermutter abhängig zu sein.
Sie sagte ok und meinte sie würde dann in 10 Minuten nachkommen, so ging ich
wieder in das Zimmer um Mann zu wecken, und legte mich zu ihm so dass wir
nochmal kurz gemeinsam kuscheln konnten.
Nach einiger Zeit kam die Hebamme T. und hängte mich wieder an, frisch
verkabelt, konzentrierte ich mich auf meine Wehen, die zwar da waren, aber eben
noch zu schwach. Durch den regelmäßigen Tonschlag des Herzens meines Sohnes und
mir geriet ich langsam wieder in Trance und dieses wir sind rund, weich, weit
und offen Gefühl schlich sich in mir wieder hoch, doch dann passierte es wieder
und sein Herzschlag geriet von 180 auf 120 und die Nachthebamme die zu diesem
Zeitpunkt im Zimmer war, meinte nur „Das darf nicht passieren, jetzt ist in
Ordnung, aber wenn nochmal müssen sie läuten! „
Sagte ich schon mal dass ich diese Frau nicht ausstehen konnte, mit ihrem
gebrochenem Deutsch und der strengen Art fühlte ich mich bei ihr überhaupt
nicht geborgen und frei. Endlich verlies sie das Zimmer wieder, und Mann
kuschelte sich an mich und wir lauschten den Herztönen unseres Kleinen, und
bemerkten wie die Wehen stärker wurden.
Draußen fing langsam wieder das Leben an, der neue Tag nahm seinen Lauf. Mann
meinte nur das er sich gerne einen Kaffee holen würde, und draußen gerne eine
Zigarette rauchen möchte und ob das in Ordnung gehe, weil er dann auch gleich
wieder da wäre und ob das OK so für mich wär. Ich meinte nur ja und so verlies
auch er das Zimmer. Ich konzentrierte mich ganz auf den Herzschlag meines
Sohnes und versuchte in jede Wehe hineinzuatmen, so auf ich weiß dass du jetzt
dann endlich bald kommen magst.
Aber ich war schon so müde und mein kleiner auch, und in dem Moment an dem ich
fast weggemüzt war ist es passiert, die Alarmglocke läutete, mein Kleiner war
nicht mehr zu hören, und ich versuchte an die Glocke ranzukommen, aber sie war
noch immer an der WAND fixiert, und da ich angeschnallt war erreichte ich sie
nicht, ich rief Hallo ist das wer, das Gerät es piepst, ich bekam Panik, wusste
nicht was ich machen sollte, und versuchte verzweifelt an die Glocke
ranzukommen, währenddessen der Wehenschreiber piepste, leuchtete, was weis ich
was... .
Ich noch immer in Gedanken vertieft, mit Hilfe, wieso ist da keiner und wieso
reiche ich nicht an die Glocke ran... stürmten in diesem Augenblick drei Leute
in mein Zimmer, die Nachthebamme und 2 Ärztinnen wie ich meinte, sie
kontrollierten den Wehenschreiber, aber bekamen nur meine Herztöne rein, die
eine Ärztin schrie man solle das Ultraschall gerät herholen und die
Nachthebamme verschwand, dann kam auch die Tageshebamme in das Zimmer,.. das
ultraschallgerät wurde angeschlossen und die Ärztin beschloss dass es eilte und
man nun einen Kaiserschnitt machen müsse.
Noch
immer in Gedanken versuchend die Glocke zu erreichen, war ich total perplex und
gestresst, weil ich einfach nur noch Angst hatte, die Nachthebamme begann mir
Thrombose Strümpfe anzuziehen die sie schon in der Hand hatte, die andere
Hebamme begann mich auszuziehen, Mann kam in diesem ganzen Gewühl wieder in das
Zimmer, und die Ärztin gab mir ein paar Papiere die ich zu Unterschreiben und
zu lesen hätte. Doch da kam schon der Pflegehelfer und fragte ob man mich schon
raufbringen könnte.
In diesem Moment lies ich einfach nur einen Schreier los und meinte nein aus,
nicht, was, wo..
.
Die Tageshebamme S. reagierte sofort und erkannte die Lage, sie erklärte dem
Pfleger in 10. Min.
Sie schickte alle aus
dem Zimmer raus, ich dankbar für ein kleines bisschen Luft, fragte was ich da
zu unterschreiben hätte, und was für eine Art Narkose sie da jetzt machen
würden und das ich nicht mehr könne, das ich seit dem ich da bin nur von Leuten
angeschrien, oder angeschnauzt werde und das ich jetzt geh.
Sie meinte nur ganz ruhig, und sie fragt nach und das machen wir alles
schon der Reihe nach und sie ist da, ich versuchte mir die OP
Einverständniserklärung durchzulesen, und fragte Mann nach einem Kuli und bat
ihm um Hilfe.
Er war total lieb, aber sichtlich selber total überfordert von der Situation da
er kaum 10 Minuten weg war und in dieser Zeit so ein totales Chaos entstand.
Da ich von der Tageshebamme S. inzwischen total gut aufgefangen wurde und
innerlich bereit war nur ihren Anweisungen zu folgen, und gerade dabei war
einen Überblick wieder zu haben, von der Situation ich versuche die Glocke zu
läuten - mit, ich muss was unterschreiben und gerade auch dabei war, als die nächste
Ärztin in das Zimmer stürmte und meinte also Frau Kleemann das ist mir zu blöd,
es ist mir egal ob sie Unterschreiben oder nicht, es geht hier ja um das wohl
ihres Kindes und wir machen das jetzt egal ob sie wollen oder nicht.
Ich wieder total aus meinem Gleichgewicht geworfen, heulte nur erneut los.
Mann verteidigte mich und meinte nur hallo sie hat ja unterschrieben was soll
das, nur Stress darauf muss man sich ja auch mal erst einstellen,..
Und der Pfleger betrat das Zimmer und rollte mich raus,... die Ärztin die nur
meinte sie müssen allen Schmuck ablegen, und zeigte auf einen Anhänger den mir
meine Mutter geschenkt hatte, aber Göttin sei Dank ging der Knoten nicht auf,
und sie vergasen auf das Stück.
Ich sagte nur zu Mann das er mich jetzt auf gar keinen Fall mehr alleine lassen
solle, weil ich einfach nicht mehr konnte, ich wusste einfach nicht mehr was
Sache war.
Ich hatte Angst um mein Kind, fand es total gemein von der Ärztin das sie so
etwas zu mir sagte, als würde ich absichtlich mein Kind gefährden wollen und
regte mich innerlich total drüber auf, und gleichzeitig fragte ich mich, wo ich
bin wo sie auf mich eingehen würden, warum alles so hat kommen müssen, warum
sie mich haben alle so stressen müssen. Oben beim OP angekommen, meinte der Anästhesist
ich müsse noch die Einwilligung unterschreiben, in meiner Angst meinte ich nein
ich unterschreibe gar nichts, was ich nicht lesen darf, sagte aber nur laut
NEIN.
Der Anästhesist sagte nur was ist mit der Frau,...
wir können so dann nicht operieren, ich darauf so ja ok gib her,
Mann fiel ihm ins Wort und meinte nur, das ich total verängstigt und gestresst
wäre das jetzt gerade mal 10 min. von Piep bis jetzt vergangen wären und x
Leute andauernd auf mich eingeredet hätten von Bein her, ausziehen, lesen
unterschreiben,.. blaa..und das ich das schon unterschrieben hätte, und man
nachschauen sollte.
Ich verlor in diesem Moment alle meine Nerven und meinem Kampfgeist, ich war
gebrochen, und sagte nur gib her ich unterschreib, ich wollte nichts mehr erklären
ich wollte gar nichts mehr, man hatte mich in eine Ecke getrieben und wollte
mich abschlachten, es war mir egal sie hatten mich gebrochen.
Als ich unterschrieben hatte wurde ich in den Op gerollt, und der Pflegehelfer
half mir auf den Op Tisch, nur mit seiner Hand drückte er auf meinen Venflon
und tat mir total weh, sodass ich mit letzter Kraft seine Hand von mir wegschob
und er mich anfauchte
„Sie brauchen nicht so böse sein und ihren Ärger an mir auslassen nur weil
ihnen das nicht passt und wir können das auf die Leichte oder die Harte Tour
machen und jetzt rauf da" (BITTE GEBT EUCH DAS !!! WORTWÖRTLICH SEIN SPRUCH)
Ich sagte ihm nur das er mir total weh getan hatte, und konnte nur noch weinen,
ich suchte verzweifelt nach meinem Mann aber der war noch nicht im Zimmer, da
er in der Umkleide war,.. .
Inzwischen wurde ich in den Rücken gestochen und hingelegt.
Dieser Moment war für mich mein
Todesmoment, ich dachte nur noch das war´s, ich könnte jetzt auch genauso gut
sterben, es wäre mir egal, ich will nicht mehr...
Sie schnallten mich an den Tisch, und Mann war auch endlich da, er redete mit
mir und streichelte meinen Kopf.
Ich kam mir nur wie ein gejagtes erlegtes Tier vor, überall diese Hektik, und
ich wurde aufgeschnitten, ausgeblutet, auf mir wurde herum getrampelt, ich
wurde übergangen, überhört, man ist auf keinen meiner Wünsche eingegangen, ich
wurde vernichtet und nun auch noch ausgeräumt.
Es fühlte sich für mich so an als ob sie mich gejagt hätten, und als sie mich
dann endlich hatten endlos lange aufgeschnitten meine Eingeweide am Boden
zermantschten und mich ausbluten liesen und um den noch nicht genüge zu tragen
nochmal alle lachend auf mir herum trampelten.
In diesen Augenblicken bin ich als Frau gestorben, es war mir alles egal, ich
war am Ende, man hatte mich vernichtet.
Eine Schwester kam an und hielt mir viel zu nah mein Kind hin und meinte
herzliche Gratulation das ist ihr kleiner FREUEN SIE SICH DENN NICHT? Nur ich
konnte ihn weder berühren, noch küssen, weil sie mich so lahm gelegt hatten,
dass nur noch mein Kopf beweglich war und meine Fingerspitzen alles andere war
Taub.
Und die blöde Tante ihn so hinhielt das ich einfach nicht an ihn ran reichte,
also war es mir dann in diesem Moment auch egal, aber Mann schaltete unheimlich
toll und schnell und sagte der Schwester das ich versuchen würde an ihn
ranzukommen, aber sie ihn falsch für mich hält, und so gab sie ihn näher und
ich konnte ihn küssen, aber danach verschwand sie schon mit ihm.
Mann entschied bei mir zu bleiben, und nicht mit dem Kleinen mitzugehen.
Aber auch das war mit teilweise egal, nein ich freute mich nicht, ich konnte
nur noch weinen, und wollte ein Taschentuch, weil mir Schlecht wurde, aber sie
waren dabei mich zuzunähen, und Mann redete mit mir, ich weiss nicht mehr was,
mir war nur schlecht und ich packte das alles nicht mehr, nein ich freute mich
nicht, es war mir egal das sie mir mein Kind genommen hatten, es war irgendwo
ich wusste in diesem Moment nicht einmal ob ich es tatsächlich sehen wollte
ich wollte sterben ich wollte all das nicht mehr, ich hatte keine Lust mehr auf
mein Leben, die ständigen Probleme, das immer über mich drüber gehen, mich
ignorieren, nicht Ernst nehmen, mich überhören über mich drüberfahren.
Ich dachte darüber nach ob ich solche Gedanken überhaupt haben dürfe, und warum
alle meinen ich müsse mich ab jetzt ab sofort über mein Kind freuen?
Wie solle das gehen, ich hab ihn kaum gesehen, toll aha ja sie haben ihn
geholt,
toll ich werde wieder zugenäht, mir ist schlecht ich habe nur einen Tunnelblick
alles ist so komisch.
Kind ein Kind, mein Kind, es kann auch ohne mich leben,
Mann wäre eh da, er ist stark,...
Darf ich das denken, will ich so etwas denken, wo ist jemand der mich
beschützt und hält, warum war das alles so komisch, warum bin ich so allein.
Kann mich irgendjemand hier verstehen?
Boa mir ist schlecht, und total übel,... ich brauche dringend ein
Taschentuch, ich würde mich gerne schnäuzen, aber es geht nicht, da ist dieses
komische beklommene Gefühl in mir.
Und irgendwie war ich dann zugenäht und sie legten mich vom OP- Tisch in mein
Bett, was ein neues krasses Körpergefühl in mir auslöste, da ich vom empfinden
eingefroren war, als sie mich breitbeinig an den Tisch schnallten, und nun sah
ich zwar das sie mich bewegten und veränderten, aber ich spürte es nicht.
Komisch, unwirklich, weit fern von mir, es war nicht mehr mein Körper, ich war
nicht mehr ich.
Ich bin nicht gestorben, aber ich war es auch nicht, mich als Frau hatten sie
erfolgreich vernichtet, ich war jetzt etwas neues, aber die alte Agi ist vor 10
Minuten an diesem Tisch dort gestorben, und mit diesem neuen Gefühl, diesem
verängstigten etwas und erstaunten von wegen nicht mein Körper und wer ist das,
wurde ich raus gerollt aus dem OP,
Mann an meiner Seite,... .
Draußen bei der Umkleide, sprach mich eine der operierenden Ärztinnen an,
jene die meinte wir fahren jetzt und es ist ihr egal was ich denke, und sagte
das sie mich gerne morgen noch einmal besuchen und mit mir reden möchte, weil
es ihr LEID tut, das sie mich so angefahren hatte...
Und ich wurde weitergerollt in ein Zimmer, den Aufwachraum, und dort übergab
ich mich mal ich spuckte so gut ich konnte Neongelbe eklige Flüssigkeit,...
und das Atmen fiel mir schwer und so viel wirres Zeug in meinem
Kopf, und wo war ich da nur und wo ist Mann ???
Aber Mann war umziehen, und bei Baby.
Und dann kam Mann und meinte nur das Baby toll ist und schön und ich konnte mir
darunter einfach gar nichts vorstellen und es war mir egal, ich war nur verwirrt,
mir war schlecht, und Baby?
Was ist ein Baby was soll ich damit, was will er von mir ich kann mir
darunter nichts vorstellen, und Bilder aha, nein mehr Spuckschalen bitte, und
noch mehr gelber Schleim,... und ich wollte das Frau kommt, und ich wollte das
man mich in den Arm nimmt und das man mir sagt, alles wird gut, alles ist gut,
das hast Du gut gemacht, es ist OK, du darfst dich so fühlen. ...
Und irgendwann ging es mir dann besser, und ich wurde klarer, und war einfach
nur fasziniert, von der Beweglichkeit und Nichtbeweglichkeit.
Besser wurde es, als ich dann wieder Gefühl in der Brust hatte, ich musste zwar
fürchterlich husten, aber es wurde besser und besser.
Denn ich war wieder Herr meiner Arme und meines Oberkörpers und dadurch
nur noch fasziniert, von dem Ganzen.
Und dann kam die Tageshebamme S. zu mir und sie sprach lange mit mir, und ich
erzählte ihr alles was so passiert war und sie sagte nur schade das ich nicht
bei ihr war, und das sie mich nicht hatte, und das ihr das alles so leid tut,
und ob ich schon mein Baby gesehen hab, und ob sie es mir bringen solle und ich
meinte nach diesem langen Gespräch einfach nur ja... und so ging sie um wieder
nachzufragen, was denn nun Sache sei, und dann kam sie wieder und meinte, das
er noch stabiler werden müsse, aber das sie ihn sobald er stabil genug ist, ihn
mir sofort bringen würden, oder sie bringe ihn persönlich vorbei.
Und ich war so dankbar, von jemandem gehört, und ernst genommen zu werden
und da war jemand der da war und ich durfte kurz weinen, vor Glück, Ermüdung,
Stress.
Nicht missverstehen, Mann war auch toll, aber genauso hilflos wie ich eben.
Nach mir endlos langer Zeit, kam dann endlich Frau, und Mann konnte endlich
etwas essen gehen, weil es inzwischen fast Mittag war und er seit dem Vortag nichts mehr gegessen hatte.
Frau war total lieb, hatte mir Patschen besorgt und viel "Liebes
Programm" laufen,
Als sie dann endlich 4,5 Stunden später meinen Kleinen zu mir brachten,
er war frisch gebadet und hergerichtet, die Schwestern hatten einen Iro mit
seinen Haaren gemacht, weil er so viele Haare hatte.
Vorsichtig legte Hebamme S. den Kleinen neben mich, und ich konnte ihn zum
ersten mal Betrachten, so ein kleiner Wurm.
Er blickte mich verschlafen, zerknautscht, und total fertig an, aber er war da
und er war mein.
Ich konnte das alles in diesem Augenblick noch gar nicht begreifen, so etwas
Kleines, Liebes, Zartes neben mir zu spüren.
In diesen jenen Augenblick war mir die ganze Welt egal, und alles Leid ein
bisschen vergessen, denn meine kleine Schlafmaus war endlich bei mir ich konnte
ihn berühren und betrachten ihn beschnuppern und küssen. Dieses Wesen hatte es
sich also bei mir 41 Wochen gemütlich gemacht gehabt, und meinen Bauch als
Partykeller benutzt gehabt, und nun war er endlich da und blickte mich an,
dieses kleine müde etwas.
Nachdem Frau
meinen Mann gleich verständigt hatte das Baby nun endlich bei uns sei, und er
sich beeilen solle dauerte es nicht lange und er war wieder zurück vom Essen,
um auch den Kleinen endlich etwas genauer und länger anzuschauen.
Wir genossen
zu viert die erste Zeit im Aufwachraum und alle bestaunten dieses Kleine aber
liebe Wesen.
Um uns etwas
Zeit für die Familie zu gönnen verlies uns Frau dann wieder und für mich war es
an der Zeit umgesiedelt zu werden, denn ich wurde vom Aufwachraum in unser
endgültiges Zimmer für eine Woche gefahren.
So wankte
ich zum ersten mal alleine zum Waschbecken um mich zu waschen, meine Beine
waren noch nicht ganz meine, aber ich lies mich nicht beirren denn schließlich
kämpfte ich für diese neu gewonnene Freiheit, ich erschrak fast vor meinen
Angesicht, denn ich erkannte mich kaum wieder, kaputt, fertig, traurig,
glücklich, fast vor schmerzen heulend, sah mir ein mir fremdes Wesen aus dem
Spiegel entgegen, und ich dachte nur das bin nicht ich.
Doch all
mein Schmerz, meine Trauer, mein Schock hatten hier keinen Platz, wichtig war
nur mein Baby, das war alles was zählte und so konzentrierte ich mich nur auf
ihn, er war der Grund warum ich weitermachte, obwohl ich persönlich als Frau
gebrochen war, es existierte in mir eine neue Subversion von mir und das war
der Mama Part.

